Oberiberg – Freestyle Schneeschuhtour

Manchmal braucht es keinen perfekten Plan. Nur einen Parkplatz, Schneeschuhe im Kofferraum und eine handgezeichnete Skizze auf der Website vom Bergbeizli. Genau so hat unser Winterabenteuer in Oberiberg begonnen. Und ich sag dir schon mal: Es wurde steiler als gedacht, sonniger als erhofft und ein klitzekleines bisschen chaotischer als geplant. Klingt gut? Dann stapf mit.

Blauer Himmel, weisse Hänge und brennende Oberschenkel

Wir parken beim Schulhaus, schnallen die Schneeschuhe an und werfen noch einmal einen Blick auf die Zeichnung auf der Website der Bergbeiz Adlerhorst. Keine markierte Route, kein offizieller Trail. Nur ein paar rote Punkte und Zeitangaben.

Der Himmel ist tiefblau, die Sonne meint es gut mit uns und der Schnee reicht, um dieses Wintergefühl so richtig auszukosten. Und dann geht es los. Rasch. Sehr rasch. 15 Prozent Steigung. Hallo Oberschenkel.

Das Dorf liegt bald weit unter uns. Wir queren eine Skipiste und helfen einem gestürzten Ski Kind wieder auf die Beine.

Abzweigung ins Schneeschuhparadies

Wir sind unsicher, ob wir hier auf einem Wanderweg oder auf einer Schlittelpiste unterwegs sind. Aber Abenteuer beginnt bekanntlich da, wo man nicht alles weiss und plötzlich zweigen Spuren in ein kleines Wäldchen ab. Ohne grosse Diskussion folgen wir und zack, stehen wir mitten im Schneeschuhtraum.

Der Schnee glitzert in der Sonne, als hätte jemand feinen Zucker darübergestreut. Vor uns ragt der Roggenstock auf und der Adlerhorst ist schon von weitem zu erkennen.

Ich bin hingerissen und bleibe immer wieder stehen. Schaue zurück ins Tal, schaue hinüber zu den Bergen, schaue einfach. Der Schnee funkelt, es knirscht unter den Füssen und ich denke nur: Genau so soll ein Wintertag sein.

Nach einem letzten steilen Stück stapfen wir zur Sonnenterrasse vom Bergbeizli.

Käseschnitte mit Aussicht im Adlerhorst

Das Bergbeizli Adlerhorst ist ein richtiges Bijoux. Hier wirtet jemand mit einem feinen Gespür für Deko und Atmosphäre. Alles liebevoll und sehr einladend. Wir lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen und gönnen uns eine währschafte Käseschnitte. Genau das Richtige nach dem steilen Start. Der Apfelstrudel sieht auch sehr verführerisch aus, doch wir bleiben vernünftig.

Mythenblick und der kleine Navigationsfehler

Weiter geht es, nun deutlich flacher. Der Blick geht zum Mythen, klar, markant, einfach schön anzuschauen.

Bald erreichen wir die Fuederegg, wo sich auch einige Skifahrer tummeln. Wir verzichten auf eine Pause im Restaurant. Im Nachhinein betrachtet vielleicht ein Fehler. Denn genau hier passiert es, wir laufen in die falsche Richtung. Eine Zeichnung ist charmant, aber als Navigationshilfe manchmal eher so mittelmässig hilfreich. Erst beim Seeblisee bemerken wir unseren Irrtum. Also drehen wir um.

Die Extraschlaufe schenkt uns ein paar zusätzliche Höhenmeter und ein Schmunzeln. Was solls, es ist ein traumhafter Wintertag. Da nimmt man die Ehrenrunde doch gerne mit.

Ziel erreicht – und mit dem Sessellift zurück

Unser Endziel ist die Bergstation der Laucheren. Als wir dort ankommen, ist die Zeit schon fortgeschritten und noch eine Zusatzschlaufe wollen wir nicht riskieren. Also entscheiden wir uns für die gemütliche Variante und nehmen den Sessellift talwärts. Manchmal darf man es sich auch einfach machen.

Mit angenehm schweren Beinen und zufriedenem Lächeln schweben wir zurück ins Tal. Genau so darf ein Sonntag enden.

Start: Schulhaus Oberiberg
Ziel: Laucheren Bergstation
Distanz: knapp 10 km
Höhenmeter: rund 500 hm
Dauer: etwa 4 Stunden unterwegs
Charakter: Nicht markierte Route, Skizze vom Adlerhorst
Highlight: Sonnenterrasse beim Adlerhorst & Mythenblick
Bonus: ungeplante Extraschlaufe inklusive
Einkehr: Bergbeizli Adlerhorst